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Kochen in Thailand
Denkt man an
Kochen, so fällt einem wohl zuerst eine aufgeräumte Küche,
Kühlschrank, Supermarkt usw. ein. Das Kochen in Thailand ist
mit den europäischen Kochgewohnheiten jedoch nicht im Entferntesten
zu vergleichen. Das liegt daran, dass die Essens-zubereitung sowie
der Verzehr einen ganz anderen Stellenwert einnimmt als in Europa
oder vielleicht auf der ganzen restlichen Welt.
Thailänder nehmen Ihre Mahlzeiten meist auf der Strasse, in
Garküchen oder auf dem Markt ein. Dies liegt daran, dass das
pulsierende Leben und der Abeitsalltag hier stattfindet. Somit findet
man Garküchen im ganzen Land in grossen Städten und kleinen
Orten.
Die
ganze Palette der thailändische Kochkunst findet sich also
nicht auf einem Fleck, sondern in tausenden von mobilen, oder festinstallierten
Garküchen wieder. Wenn man denkt, man hat von der kulinarischen
Vielfalt schon alles gesehen, so wird man spätestens beim nächsten
Bangkokbesuch eines Besseren belehrt. Dies ist nirgends besser zu
beobachten als in der 5,6 Mio. Metropole. 24 Stunden werden hier
die Woks mit der Gasflasche angeheizt. Unkonventionell werden die
Kochstellen z. B. an ein Motorrad als Beiwagen oder auf einem Handwagen
angebaut, so dass ein schnelles "Ankochen" stattfinden
kann. Dabei ist dem geschäftstüchtigen Thai der Phantasie
keine Grenze gesetzt. Mitunter kann man auch Fahrräder mit
Anhänger, Fahrräder incl. Kochstelle oder Pick Ups mit
integriertem Wok auf der Ladefläche beobachten.
Während
in Deutschland erst der komplizierte bürokratische Genehmigungsweg
zur Selbstsändigkeit beschritten werden muss und so die Geschäftstätigkeit
gebremst wird, ist in Thailand ohne viel Tam Tam schon der Wok am
bruzzeln. Man findet neben den mobilen Garküchen auch viele
kleine nichtmobile Garküchen, die mit der Grösse eines
kleinen Handyshops in Europa zu vergleichen sind. Für einen
Touristen ist die Einrichtung dieser "kleinen Restaurants"
ungewöhnlich und spärlich. Die Wände und Fussböden
sind meist gefliest und mit grellem Neonlicht versehen.
Es kommt auch vor, dass die Sitzplätze in einem Haus sind,
während die Kochstelle auf der Strasse eingerichtet ist. Oft
ist die ganze Familie in diesen Ablauf eingebunden und die Essenszubereitung
kann fortwährend ohne Pause stattfinden.
Möchte man sicher gehen, dass man "Original Thaiküche"
serviert bekommt und dabei eine gute Qualität, so ist zu empfehlen
dort zu essen, wo eine Vielzahl von Einheimischen die Mahlzeit einnimmt.
Garküchen findet man nicht nur in Seitenstrassen, sondern natürlich
auch an den Plätzen wo sich die Massen treffen wie auf Bahnhöfen,
Marktplätzen, in der Nähe Haltestellen oder Touristenattraktionen.
Gesessen wird auf Plastikstühlen ohne Lehne an einfachen Tischen.
Die Kochstelle besteht je nach Grösse der Einrichtug aus einem
oder mehreren Woks, die mit Gas in sekundenschnelle auf Kochtemperatur
gebracht werden können. Interessant ist die Zubereitung der
Lebensmittel, hier kann man zusehen wie die eigene Mahlzeit angerichtet
wird. Alles wird vor den Augen des verblüfften Thailandneulings
frisch hergestellt und, teilweise spektakulär mit Stichflamme,
in dem Wok zubereitet. Während man einen Einblick in Europas
Küchen durch eine Glasscheibe als innovativ bezeichnet ist
ist dies hier Alltag. Die abwechslungsreichen Düfte der Thaiküche
können hier nahezu "inhaliert" werden. Für einen
Hobbykoch werden dies kulinarische Erinnerungen sein, an die er
gerne zurückdenkt.
Eine Speisekarte ist in abgelegenen Garküchen meist gar nicht
vorhanden oder nur auf Thai auf ein Plastikschild angeschlagen.
Auf Nachtmärkten mit Touristenverkehr findet man hingegen alternativ
die englische Sprache weitverbreitet. Oft genügt jedoch schon
ein Blick in den Wok oder die Auslage, um erkennen zu können
was der Inhaber im Angebot hat.
Grössere Garküchen bieten ein breites Angebot der Thaiküche
an, während kleinere jeweils nur einen spezialisierten Teil,
wie z.B. Nudelsuppen, anbieten. Der Mix von gebratenen Hühnern,
Enten, Fisch, Reis, Nudelgerichte über Kuchen bis hin zu Obst
zeigen die Vielfalt der thailändischen Küche. Besonders
auf Nachtmärkten wird dies besonders deutlich. Hier ist die
Versuchung gross von jedem Stand für wenige Baht einen Snack
mitzunehmen. Dieser kulinarische Reiz macht einen Besuch in Thailand
aus und die Kochergebnisse geniessen weltweite Anerkennung.
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