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Armee greift ein und beendet Proteste in Bangkok - Rothemden geben auf

19.05.2010

Nachdem es nach wochenlangen Protesten zu keiner Einigung zwischen Regierung und Demonstranten gekommen ist, hat am Mittwoch morgen die Armee mit der Räumung des besetzten Viertels in Bangkok begonnen.

Eingesetzt wurden Wasserwerfer, Tränengas, Gummigeschosse und Panzer, um die Barrikaden niederzureissen. Ebenso auch scharfe Munition. Aufgebrachte Demonstranten feuerten ebenfalls mit Schußwaffen, nachdem sie sich die letzten Wochen nur mit Zwillen und kleineren Waffen zeigten. Soldaten feuerten zurück. In diesen Schußwechseln kamen erneut Menschen ums Leben.

Viele Demonstranten weigerten sich aufzugeben und trotzten den Soldaten bis zuletzt. Schließlich riefen sieben Oppositionsführer dazu auf, die Proteste zu beenden und weiteres Blutvergiessen zu vermeiden. Sie stellen sich darauf der Polizei.

Einzelne aufgebrachte wütende Gruppen UDD Anhänger, für die das Ende der Proteste jetzt zu plötzlich kam und deren Emotionen aufgeheizt waren, setzten daraufhin Fernsehsender, Börse und Einkaufzentren (Central World) in Brand. Die Ausmaße der wochenlangen Demonstrationen und der jetzigen Verwüstungen sind noch unklar. Das besetzte Geschäftsviertel ist jedoch zunächst geräumt. Ein Rest der Demonstranten lieferten sich jedoch immer wieder an anderen Stellen Kämpfe mit Soldaten und legten Feuer. Der Hass richtete sich hier besonders auf Medienunternehmen, die ihren Sitz an der Rama IV haben. Den Fernsehsendern und Zeitungen wird von den Rothemden einseitige Berichterstattung zugunsten der Regierung vorgeworfen.

Medien bezeichnen diesen Tag inzwischen als "Tag X" und nutzen die Schlagzeilen "Bangkok in Flammen"

Spiegel online - "Tag X" in Bangkok

Die Regierung hatte sich mit der Räumung des Geschäftsviertels lange geduldet und ist auf Forderungen der Rothemden eingegangen. Eine Neuwahl sollte im November diesen Jahres durchgeführt werden. Dies war die Hauptforderung der Opposition. Nachdem immer wieder neue Forderungen von Seiten der Opposition gestellt wurden und das besetzte Geschäftsviertel nicht geräumt wurde, versuchte die Regierung zunächst mit der Kappung von Strom und Wasser die Demonstranten zum Aufgeben zu zwingen.

Wer im Hintergrund der Demonstrationen die Fäden zieht ist nicht bewiesen. Es wird jedoch vermutet, daß der ehemalige im Exil lebende Regierungschef Thaksin, große Teile der Proteste finanziert hat und die Lage so immer weiter eingeheizt hat. Ein großer Teil der Demonstranten gehört zur verarmten Landbevölkerung aus dem Norden, für deren Interessen sich Thaksin zu seiner Amtszeit eingesetzt hat. Allerdings nicht, um den Armen wirklich zu helfen, sondern um eine große Mehrheit an Wählern zu erzielen.

Unklar ist, ob wütende Gruppen der Demonstranten weiter im Untergrund kämpfen werden und es zu einer Art Guerilla Krieg kommen könnte.

Aufgrund der unsicheren Lage hat Ministerpräsident Abhisit eine Ausgangssperre für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verhängt.